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Mrz
2024
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Steffen Böttcher - Abenteuer Vietnam - Workshop Reise

Pünktlichkeit, Papierpferde und Partystimmung: Unser vierter Tag in Vietnam

Guten Morgen, Vietnam! Oder besser gesagt, guten Morgen an alle, die das Abenteuer suchen und dabei nicht vergessen wollen, wie man herzhaft lacht. 

Pünktlichkeit ist ja bekanntlich eine Tugend, die auf Reisen gerne mal auf die Probe gestellt wird. Doch an diesem Morgen war das Universum auf unserer Seite: Alle waren pünktlich. Ja, richtig gehört. Eine seltene Konstellation in der Welt der kreativen Seelen, die normalerweise Zeit und Raum auf ihre eigene, künstlerische Weise interpretieren. Die Mission: den Norden Vietnams zu erkunden, bis zur chinesischen Grenze in Lào Cai vorzudringen und schließlich in Bắc Hà unser Lager aufzuschlagen. 

Es war ein Tag, der schon mit einem kleinen Triumph begann: Mein vermisster Hoodie war wieder aufgetaucht, zu meiner Erleichterung und Freude, was die Stimmung deutlich hob. Ein gutes Omen?

Das Auto war bis zum Rand mit Gepäck gefüllt, doch das Herz noch leer, bereit, gefüllt zu werden mit den Erlebnissen des Tages.

Ly und Heiko, unsere Wegbegleiter und Brückenbauer zwischen den Kulturen, gaben uns eine Einführung, wie wir die Menschen hier ansprechen können und teilten Erlebnisse von früheren Reisen. Respekt und ein offenes Herz, die Schlüsselworte jeder Begegnung. Eine Kaffeepause um 10 Uhr gab uns die erste Gelegenheit, diese neuen Fähigkeiten zu erproben und gleichzeitig die Seele ein wenig mit Koffein zu streicheln.

Im Auto entwickelten sich Gespräche, vor allem dank Heikos Erzählungen und seinem charmanten Humor, die schnell zur Bühne für Geschichten über Eltern wurden, gewürzt mit Anekdoten, die uns zum Lachen und Nachdenken brachten. Warum heißt der Rote Fluss eigentlich roter Fluss, wenn er doch dunkelbraun ist? Ein Mysterium, das wir gemeinsam zu lösen versuchten.

Unser zweiter Stopp gegen 11:45 Uhr sollte nur eine kurze biologische Pause sein, doch das Leben hatte andere Pläne. Neue Freunde wurden gemacht, Bilder und Selfies ausgetauscht, ausgedruckt mit einer Instax, und Lollis die den Weg in die Münder der Kinder fanden. Ein Wirbelwind der Begeisterung und Umarmungen, der zeigte, wie schnell Fremde zu Freunden werden können, wenn man nur sein Herz öffnet. Es war ein lebendiges Beispiel für die Unmittelbarkeit und Wärme, die in Vietnam so allgegenwärtig ist.

Unsere Reise führte uns weiter zu einer überraschenden Entdeckung – dem Tempel Đền Bảo Hà, wo wir Zeuge einer Zeremonie wurden. Er forderte uns nicht nur körperlich mit seinen Stufen, sondern auch geistig. Die Zeremonie, die Opfergaben, die Reste, die in einem großen Ofen verbrannt wurden – eine Show, die uns die Bedeutung von Tradition und Glauben näherbrachte. Ly gewährte uns einen Einblick in die Bräuche und in das was wir gesehen haben, ein neues Wissen das uns noch lange begleiten würde.

Nach dem Essen in Lào Cai, wo chinesische Einflüsse den Gaumen kitzelten, führte uns ein Kaffeestopp zu einer Grenzbetrachtung: Mit starkem Kaffee in der Hand und Blick auf China wurde uns die Relativität von Zeit und Raum bewusst – nur wenige hundert Meter entfernt begann eine andere Zeitzone, ein anderes Land, eine völlig andere Welt.

„Kreativität ist das, was passiert, wenn du nicht mehr weiter weißt“, ein Zitat, welches während unseres ersten Teil des Workshops zur Potentialentfaltung geteilt wurde, sollte den Ton für die Diskussionen des Nachmittags setzen. Die darauffolgende Debatte zwischen Jörg und Steffen über Fokusmessung spiegelte die Leidenschaft und den Eifer wider, mit dem wir alle bei der Sache waren. Doch wie so oft kam alles anders als geplant. Die Dunkelheit brach herein, bevor wir unser Ziel erreichten, ein mystischer Nebel umhüllte uns, und das Auto kämpfte sich mühsam den Berg hinauf.

Doch die Ankunft wurde durch den lebhaften Abendmarkt belohnt, wo die ausgelassene Stimmung und das Schaulaufen der Talente uns empfingen. Eine Atmosphäre so einladend, dass Teil 2 unseres Workshops ohne Zögern verschoben wurde.

Nine, die sich wagemutig in das kulinarische Abenteuer des Marktes stürzte, und Heiko, der Retter in der Not, der uns mit Bánh hạt dẻ (traditioneller Kastanienkuchen) versorgte, rundeten diesen ereignisreichen Tag ab.

Das Fazit dieses Tages? Es ist die Unvorhersehbarkeit, die unsere Reise so reich macht. Die Begegnungen, die Geschichten, die geteilt werden, und die kleinen Abenteuer, die uns zusammenbringen. Die Vorfreude auf die nächsten Tage ist groß, denn wenn jeder Tag so einzigartig ist wie dieser, wer kann da schon sagen, was uns noch erwartet?

Mit jedem Tag, den wir hier verbringen, lernen wir mehr über Vietnam, über uns selbst und über die Kraft der Kreativität, die entsteht, wenn wir uns den Herausforderungen des Lebens stellen.

Adnana Musanovic

Steffen Böttcher - Abenteuer Vietnam - Workshop Reise