15
Apr
2018
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Hà Giang

Ich bin mittlerweile nun seit etwas mehr als 1 Woche, also genauer gesagt 8 Tage in Vietnam und es kommt mir vor wie eine Unendlichkeit. Nicht weil ich lange Weile habe, nichts mit mir anzufangen weiß oder mich alles so langweilt – nein im Gegenteil. Es stürmen von allen Seiten so viele Eindrücke auf einen zu – vom Aufstehen wo man erst mal nach dem Duschen das ganze Bad überflutet wenn man mal wieder nicht dran denkt das die Dusche nicht extra abgetrennt ist bis zum Schlafengehen mit den ununterbrochenen Hupkonzerten, die einen doch immer gerade dann überraschen wenn man konzentriert und nicht drauf gefasst ist.

Heiko, liebevoll auch „Heike” genannt und Ly, unsere superlieben und ortskundigen Führer durch die tiefen und weiten von Vietnam nehmen Ihre Verantwortung sehr ernst sind aber auch immer für einen Spaß zu haben, man kann sie nur gern haben und knuddeln, also die „Heike” zumindest :-) Mittlerweile sind wir seit 2 Tagen in Hà Giang und wie jeden früh gibt es immer eines der diversen Süppchen zum erfolgreichen Start in den Tag. Gleich am Morgen durfte ich dann Heiko in einem unserer Lieblingskaffees dem „KaffeeKing“ vor einem Bild des Eifelturmes ablichten neben dem geschrieben stand „Yob Yeh” – nach längeren Diskussionen und Bemühungen aller Sprachübersetzungsprogramme kam dann doch das Hey Boy einfach Rückwärts geschrieben stand – dies zeigt auch wieder wie wir typischerweise denken und Informationen dazu interpretieren die es gar nicht gibt. Muss jeder Text der in Vietnam geschrieben steht denn auch immer vietnamesisch sein – dies war auch das Thema unserer Masterclass an diesem Tag, aber dazu später mehr . . .

Jetzt hieß es erst einmal wieder Fotoequipment aufsatteln und ab in Bus. Kaum hatte ich meinen Laptop aufgeschlagen um ein paar Bilder zu bearbeitet war auch schon ein spontaner Halt auf einem Markt angesagt. Einen groben Fahrplan machen wir zwar immer aber wir lassen uns auch stark von der Energie und dem Augenblick leiten. Auf dem Markt gab es das übliche: bunte Farben, Geschrei, hektisches Treiben, viele kleine Momente und Situationen. Vor allem die Instax Kamera hilft uns Momente direkt auf Papier zu bannen und das Eis zu brechen – ins Gespräch zu kommen. Dies ist schon eine Herausforderung auf unbekannten Terrain und ohne Sprachkenntnisse.

Nicht nur in den Masterclass Mindset Sessions konfrontiert uns Steffen mit vielleicht auch ungeliebten Themen, nein auch während des ganzen Tages stoßen wir ständig an die Grenzen unserer Komfortzone wie zum Beispiel unsere Christina die trotz Höhenangst Ihre erste alleinige Brückenüberquerung meisterte – wer die Brücken in Vietnam mal gesehen hat kann dies auch gut nachvollziehen.

Etwas Kontrastprogramm bot uns direkt danach der Besuch der Chinesischen Grenze – Uniformen, Patrouillieren im Stechschritt und Kameraverbot – aber zum Glück nicht überall. So konnten wir doch noch ein paar Eindrücke für immer auf den Kamera-Chip bannen.

Nach einer weiteren Fahrtstrecke und der einen oder anderen Pause hielten wir in einem kleinen Dorf mit dem ich dann mit Andrea unterwegs war. Eine Familie bestehend aus Mama, Papa, 2 Kindern, Oma und Opa, 5 Hunden und 3 anderen Besuchern deren Verwandtschaftsgrad wir nicht genau identifizieren konnten, luden uns dann zum Tee und Reisschnaps ein. Das rauchen wurde uns auch stolz und eindrucksvoll vorgeführt sowie die Englischkenntnisse des Kindes.
Heute gab es ein ganz besonderes Mittagessen denn wir wurden bei einer Familien privat zu Hause eingeladen – es war ein besonderer Genuß an Vielfalt und Geschmack und das in solch einer Umgebung. Das war auch der Ort für unsere heutige Mindset-Session mit Steffen. Er ermutige uns mit seinem Leitspruch „Küner als das unbekannte zu erforschen ist es das Bekannte zu bezweifeln” alles zu reflektieren und erst einmal das bekannte in Frage zu stellen. Dies hat alle Teilnehmer sehr bewegt und zum Nachdenken angeregt – ein Start für viele Intensive Gespräche in den nächsten Tagen.

Der Nachmittag war geprägt von einem weiteren Dorf in dem ich und Melanie gemeinsam unterwegs waren. Wir fühlten uns wie im „Lost Paradise” mitten im Urwald mit ein paar Hütten. Dort konnten wir dann auch dem nahenden Sonnenuntergang beiwohnen. Manche von uns gingen etwas im Dorf herum, manche saßen einfach an den Reisfeldern um die Umgebung und die Energie dort aufzunehmen.

Am Abend gibt es nach dem Essen immer unsere Feedbackrunden um uns über die Ereignisse des Tages auszutauschen, was hat man erlebt, wie hat man alles wahrgenommen, wie fühlt man sich. Langsam beginnen wir anzukommen in dem Land mit den tausenden Eindrücken, Emotionen, Menschen und ich bin mir sicher das auch die restlichen Tage mindestens genauso intensiv werden.

Text & Bilder: Ronny Barthel https://www.fotograf-zur-hochzeit.ch

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