18
Apr
2017
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Auf zu neuen Ufern – Cat Ba

Wir sind wieder unterwegs – auf dem Weg in die HaLong-Bucht, genauer gesagt auf die Insel Cat Ba. Ach, was freue ich mich: Wasser entspannt mich ungemein, und die Perspektive auf ein bisschen Ruhe, damit sich die Eindrücke der
letzten 10 Tage setzen können ist auch schön. Es ist schon wahr, was Steffen uns in einer Mindclass erzählte: Wenn man viele Ersterlebnisse hat, verlängert sich gefühlt die Lebenszeit merklich. Genauso erleben wir es hier! Ein Tag gleicht einer Woche – gemessen an dem, was alles passiert.

Zunächst haben wir aber 2 Fährfahrten vor uns, die wir in gewohnter Manier nutzen, um alles zu photographieren, was nicht Niet- und Nagelfest ist. Passagiere, Kapitäne, Details des Schiffes und uns gegenseitig… manchmal glaube ich, wir geben schon ein sehr seltsames Bild ab. Und gleichzeitig ist es so entspannend mit lauter Gleichgesinnten unterwegs zu sein, und sich nicht ständig für´s trödeln und Photos machen entschuldigen zu müssen…immer wieder kommen auch Vietnamesen auf uns zu, da verkehren sich die Rollen und wir sind das Motiv – sie finden es total lustig mit den großen Langnasen Selfies zu machen. Manche möchten auch einfach die Gelegenheit nutzen, sich mal auf Englisch zu unterhalten, vor allem die jungen Leute.
Wir suchen auf der Autofahrt den angekündigten Wasserbüffel mit Kranich im Gegenlicht, der sich betrüblicherweise verspätete und endlich kommen wir an. Von der (offensichtlich im Scherz) als nicht so toll angekündigten Unterkunft mit Gemeinschaftensduschen und Klo auf dem Gang ist hier keine Spur. Vielmehr handelt es sich bei der Catba Ecolodge um ein Kleinod im Kolonialstil mitten im Dschungel. Wieder eine der vielen Perlen…Nach einer Mindclass auf der Terrasse und einem feudalen Seafood Dinner schlafen wir selig ein. Nur der Gecko ärgert uns Nachts ein bisschen, was leider dazu führt, dass er am nächsten Tage gefangen und angeblich in Schnaps eingelegt wurde. Andere Länder, andere Sitten :–(
Am nächsten Tag geht es aufs Boot. Einen ganzen Tag lang haben wir es für uns alleine und schippern gedankenverloren durch das smaragdgrüne Wasser der Halong-Bucht, die schon in dem ein oder anderen Film als Kulisse diente. Unter anderem James Bond. Der Ausblick ist phänomenal. Weite Wasserflächen gelegentlich unterbrochen von Wasserdörfern der Fischer und am Horizont eine Silhouette aus Bergketten. Ich habe das Gefühl, die Black Pearl taucht gleich am Horizont auf und den Soundtrack im Ohr. Manche von uns genießen die Zeit, um ihre Gedanken zu sortieren, aber immer wieder kommen wir zusammen und tauschen uns aus. Mittlerweile sind wir eine recht eingeschworenen Truppe geworden. In der Minikombüse, oder vielmehr Kochnische zaubern uns die Jungs vom Boot ein mehr-gängiges Menu mit frischem Fisch und allem PiPaPo – in Deutschland würde unter diesen Bedingungen vielleicht gerade mal ein Strammer Max entstehen, aber hier ist man Meister im improvisieren! Wir halten an einer Kanustation, da es aber leider sowohl von unten als auch von oben nass ist, entscheiden wir uns dagegen zu rudern, nur Hauke und ich beschließen, uns in die Fluten zu stürzen, denn wir haben uns schon die ganze Zeit darauf gefreut. Rein springen geht leicht – raus kommen ohne Leiter über glitschige Reifen stellt allerdings eine Herausforderung dar…Gott sei Dank steht Heiko am Rand! Einen weiteren kleinen Abstecher machen wir noch: Monkey Island. Fü.e im warmen Sand. Affen auf der Terrasse, die sich gerne füttern und weniger gerne von Nahem photographieren lassen… später sehen wir Schleudern auf der Theke des Cafés liegen – das erklärt Einiges… Die Mindclass die wir anschließend sogar bei Abendsonne auf Deck abhalten können, dreht sich um die verschiedenen Hirnwellenebenen. Wir erfahren, was es für Unterschiede der Wahrnehmung in den verschiedenen Bereichen gibt und wie man es schafft, die Alphaebene zu erreichen, in der man seiner Kreativität freien Lauf lassen kann, um so auf neue Ideen zu kommen. Für´s Tagträumen ist dies auf jeden Fall schon mal der richtige Ort! Am Abend treffen wir uns zum Lagerfeuer. Bei der Feedbackrunde geht es nochmal richtig zur Sache, plötzlich sind wir mittendrin in einer hitzigen Diskussion. Wenn man 2 Wochen so eng auf einander hockt, entstehen eben auch Reibungspunkte, und da dies der gefühlt letzte gemeinsame Abend ist, brechen wir die Regel, die Themen erst 24 Std. sacken zu lassen, und gehen sofort darauf ein. Nicht immer angenehm – aber notwendig Wichtiges nicht unausgesprochen zu
lassen. Raus aus der Komfortzone, dafür sind wir ja hier. Spätestens am nächsten Morgen ist aber wieder alles in Butter. Der Kapitän hat sich bei uns übrigens mit einem leckeren Wein entschuldigt – dafür, dass das Boot eher klein und das Wetter schlecht war … und darüber mussten wir wirklich schmunzeln, denn für uns war es ein Museumstag mehr!
Text und Fotos: Julia Teine www.julia-teine.de
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